
Kasimir Malewitsch und der Suprematismus: Die Festigung der abstrakten Vision (Teil 2)
Ein Überblick über Kasimir Malewitschs Weg im Suprematismus, von seiner Lehrtätigkeit bis zur Repression seiner Kunst.
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Ab 1917 lehrte Malewitsch auch an den Freien Kunststudios in Moskau. Er wies seine Schüler an, die bürgerliche Ästhetik der Darstellung hinter sich zu lassen und sich in die Welt der radikalen Abstraktion zu wagen.
Im selben Jahr entwarf er die Bühnenbilder für eine Tanzperformance. Diese markierte die Feier des ersten Jahrestages der Kommunistischen Revolution.
1919 stellte Malewitsch das Manuskript für sein neues Buch fertig: Über neue Systeme in der Kunst. Darin versuchte er, die theoretischen Prinzipien des Suprematismus auf die neue Staatsordnung zu übertragen. Er warb für die Etablierung der Avantgarde-Kunst im Dienste des Staates und seiner Bevölkerung.
Gegen Ende desselben Jahres verließ der Künstler jedoch die Hauptstadt und zog nach Witebsk. Dort hatte man ihn eingeladen, sich dem Lehrkörper der örtlichen Kunstschule anzuschließen, die vom berühmten Marc Chagall geleitet wurde.
Malewitsch und der Suprematismus in Witebsk
Als Chagall Witebsk in Richtung Paris verließ, blieb Malewitsch der prägende Kopf dieser Witebsker Schule.
Dort formierte er die Schüler zu einer Gruppe namens UNOVIS. Diese Abkürzung ließe sich als Bekräftiger der Neuen Kunst übersetzen.
Bemerkenswert dabei: Die Gruppe agierte als Kollektiv. Niemand signierte ein Werk mit seinem eigenen Namen, lediglich der Gruppenname war vermerkt.
Der Fokus lag nicht mehr allein auf der Malerei im engeren Sinne. Diese Gruppe entwarf Propagandaplakate, Textilmuster, Porzellangegenstände, Hinweisschilder und Straßendekorationen. Ihre Tätigkeiten erinnerten an jene der Bauhaus-Schule in der Weimarer Republik.
Malewitsch und das Erbe des Suprematismus
Malewitsch entwickelte seine suprematistischen Ideen weiter. Er schuf eine Reihe architektonischer Modelle utopischer Städte, die er Architectona nannte.
Diese Modelle bestanden aus rechteckigen und kubischen Formen. Sie waren so angeordnet, dass sie ihre formalen Qualitäten und ihr ästhetisches Potenzial betonten.
Im sowjetischen Russland setzte sich jedoch ein anderes kulturelles Paradigma durch.
Die künstlerische Blüte der 1920er Jahre wurde vom Aufkommen der staatlich geförderten sozialistisch-realistischen Kunst jäh beendet. Diese unterdrückte schließlich alle anderen Kunststile. Malewitsch und sein Werk waren in solch kriegerischen und konservativen soziokulturellen Umständen dazu verdammt, in Vergessenheit zu geraten.
Die Repression gegen Malewitsch
1930 wurde er verhaftet und zu seinen politischen Ideologien befragt, als er von einer Reise in den Westen zurückkehrte.
Vorsorglich verbrannten Freunde des Künstlers einige seiner Schriften.
1932 fand in Moskau und Leningrad eine große, staatlich geförderte Ausstellung statt. Sie gedachte des 15. Jahrestages der Bolschewistischen Revolution.
Malewitsch war dabei, doch seine Gemälde wurden nun von abfälligen Slogans begleitet, als im Wesentlichen 'degeneriert' gebrandmarkt.
Doch die Geschichte birgt ein bizarres Detail: Der Künstler schuf weiter, selbst unter der Repression.
Malewitschs Vermächtnis
Um den Rest dieser Reise zu verstehen, lesen Sie unseren nächsten Artikel: Kasimir Malewitsch und der Suprematismus: Vermächtnis, Werke und Wiederentdeckung (Teil 3).









